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Arbeit - die erste Sprache

Xavier WisselWas braucht ein junger Mensch, der sich auf das Abenteuer einer Arbeit im Ausland einlässt? Er braucht neben Motivation und Sprachkompetenz vor allem auch Unterstützung bei den ersten Schritten und eine Chance. Ein Beispiel dafür ist Xavier Wissel, Landschaftsgärtnermeister aus Burgund (links im Bild). Vor gut zwei Jahren kam er als einer der ersten Gesellen der Compagnons du Devoir im Rahmen eines Pilotprojekts nach Erfurt. Nunmehr hat sich dieses Projekt im dritten Jahr etabliert, und das Besondere ist, dass Xavier direkt danach in Erfurt geblieben ist.

Mélanie Büttner-Nyenhuis vom Europa Service Mittelthüringen unterstützte ihn bei den Behördengängen, der Wohnungssuche und stellte Kontakt zur Dreienbrunnen e.G. her, die ihn auch einstellte. Dort lernte er die deutsche Mentalität und Arbeitsweise kennen und stellte fest: „Hier bleibe ich!“ Inzwischen ist er als erster ausländischer Mitarbeiter beim BMG-Gebäudeservice in Erfurt. Sein Chef, Andreas Bremer-Mohran, ist voll des Lobes: „Xavier ist eine sehr gute Fachkraft, der seine Arbeit vorbildlich macht. Vom Charakter passt er hervorragend. Er strahlt immer, was für die Gruppe sehr angenehm und für das Betriebsklima ein absolut positiver Beitrag ist. Gerade funktioniert das Team sehr, sehr gut. Das ist unabhängig davon, wo man herkommt, aber dass Xavier Deutsch spricht ist wichtig, gerade beim Kundenkontakt. Manchmal finden die Kunden den Akzent auch so interessant, dass sie nachfragen.“

Xavier schätzt an seinen Kollegen, dass sie ihn bei seinen sprachlichen Bemühungen verbessern: „Ich bin hierhergekommen, deswegen muss ich auch Deutsch lernen und mich integrieren. Obwohl wir Nachbarländer sind, sind die Mentalitäten schon sehr anders – manchmal ist das gut, manchmal schwierig. Auch im Fachlichen ist vieles unterschiedlich – nicht so sehr in Bezug auf die Materialien als auf die Methodik und die Landschaftsgestaltung. Der deutsche Garten ist massiver, z. B. mit größeren Steinen und Pflanzen ausgestattet, während ein französischer Garten leichter und feingliedriger wirkt. Was den Arbeitsablauf anbetrifft, fühle ich mich hier sehr wohl und möchte nicht mehr zurück. In Frankreich gibt man den ganzen Tag über Vollgas, stresst sich und ist danach kaputt. Hier wird alles vorher besprochen, die Abläufe werden vom Chef genau eingetaktet, und man hat am Ende auch noch etwas vom Tag.“ Der BMG-Gebäudeservice bietet seinen Mitarbeitern eine vielseitige Beschäftigung über das gesamte Jahr hinweg, für Xavier ideal, denn er fühlt sich wohl einen Beruf in dem er seine vielseitigen Fähigkeiten einbringen und „die Sonne sehen“ kann. Für Andreas Bremer-Mohran ist klar: „Ich möchte Mitarbeiter, die einen Anspruch an sich selbst haben und diesen ständig erweitern; Menschen die sich sagen ‚Ich schaffe das! ‘“ So jemanden hat er in Xavier Wissel gefunden. Das wird deutlich, wenn der junge Franzose feststellt: „Die erste Sprache ist die Arbeit – man sieht sie und versteht, was gemeint ist.“ Diese Sprache spricht er einwandfrei und auf mehreren Ebenen.

Gefördert durch den Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

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