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Geduld und kleine Schritte

Ana-Maria SabrosoAna-Maria Sabroso, Bauingenieurin aus Madrid, konnte für sich selbst den Traum eines Studienaufenthalts im Ausland nicht verwirklichen und schloss sich daraufhin sofort ihrem Freund Javier an, als dieser mit Erasmus+ an der Fachhochschule Erfurt seinen Bachelor machen wollte. Sie wusste, dass Spracherwerb die Grundvoraussetzung für erfolgreiche Integration ist, weshalb sie anderthalb Jahre lang in regelmäßigen Abständen Deutschkurse besuchte. Mit Minijobs in der Gastronomie hielten sie und Javier sich über Wasser. Doch nachdem sie das Europa Service Büro kennengelernt hatte, klappte es endlich mit einem Praktikum bei der Baufirma Schobau GmbH. Obwohl ihre Deutschkenntnisse noch nicht umfangreich waren, konnte sie sich z. B. mit der Berechnung von Baukosten nützlich machen. Ein Jahr nach ihrer Ankunft in Thüringen bekam sie für sechs Monate ein weiteres, diesmal bezahltes Praktikum bei hks Architekten + Gesamtplaner GmbH in Erfurt. Seit Juni hat sie bei Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH eine feste Anstellung und ist glücklich, in einem jungen, dynamischen Team arbeiten zu können.

Der Sprung ins Ungewisse hat sich für sie also gelohnt. „Ich wusste überhaupt nicht, worauf ich mich einlasse, aber Erfurt hat mir gefallen und so bin ich geblieben. Ich konnte mich weiter entwickeln, Deutsch lernen, eine Arbeit finden – zu Hause ist das vielen nicht vergönnt.“ Wenn sie anderen einen Tipp geben sollte, würde sie sagen: „Niemals sich auf das Nichtstun einlassen! Wenn du nichts findest, gehe dorthin, wo es etwas gibt. Du musst die Sprache lernen, auf Einheimische zugehen, aktiv bleiben. Wenn du nichts zu tun hast, überkommt dich das Heimweh.“ Sehr hilfreich war für Ana-Maria die Zusammenarbeit mit Claudia Busquets Moebus vom Europa Service, die sie begleitend bei allem unterstützt hat: die Krankenversicherung abzuschließen, die berufliche Anerkennung zu organisieren, Praktika zu finden, die endlich auch zum Arbeitsvertrag führten. Mit zunehmender Sprachsicherheit, ungefähr nach einem Jahr, kam dann auch das Gefühl, alleine zurecht zu kommen. Nach dem zweiten Praktikum hatte sie das nötige Selbstbewusstsein, um eine richtige Stelle anzutreten. Ihr Fazit: „Vor allem musst du Geduld haben und kleine Schritte machen, dann wächst dein Vertrauen in dich und deine Umwelt, Monat für Monat.“

Gefördert durch den Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

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